Management patzt, Belegschaft zahlt: Das falsche Spiel der deutschen Autobauer
Die Schlagzeilen rund um die deutsche Autoindustrie gleichen derzeit einem gewaltigen Beben: VW droht mit Werksschließungen, Mercedes will Sonderzahlungen streichen und bei den Zulieferern regiert die Angst. Was all diese Meldungen eint? Das Management hat die Transformation verschlafen und bittet nun die Angestellten zur Kasse.

Der Sündenbock steht fest: Ob die Flaute in China oder das zähe Geschäft mit E-Autos – die Probleme sind hausgemacht. Dennoch lautet die Antwort der Konzerne: Kahlschlag. VW plant den Abbau von zehntausenden Stellen, Mercedes lockt mit Abfindungsprogrammen.
Mehr Maloche für denselben Lohn: Die Krönung der aktuellen Debatte lieferte Mercedes. Der Vorschlag, unbezahlte Mehrarbeit durch eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche einzuführen, wirkt wie ein Schlag ins Gesicht der Angestellten.
Die Quittung folgt prompt: Die Belegschaft lässt sich das nicht gefallen. Mit über 33.000 Demonstrierenden hat die IG Metall den „heißen Sommer“ ausgerufen. Die Botschaft an die Chefetagen ist unmissverständlich: Renditegier darf nicht über der Zukunftsfähigkeit von Standorten stehen. Wer die Krise weginvestieren will, braucht innovative Produkte – und keine demotivierte Belegschaft.